Return on Investment digitaler Softwareprojekte – Erfolgsfaktor Agile

Es geht nicht immer darum, was Sie tun, sondern „wie“: Die Relevanz von Agile für einen schnelleren Return on Investment

So vielseitig die Digitalisierung für die Unternehmen häufig sein kann – am Ende geht es den meisten darum, finanziell erfolgreich zu sein. Digitale Innovationen können die Welt besser machen, für mehr Gerechtigkeit sorgen, neue Möglichkeiten für die Menschen schaffen – doch schlussendlich werden vor allem betriebswirtschaftliche Maßstäbe angesetzt, um den Erfolg der Digitalisierung zu bewerten.

Alle Entscheidungstragenden, die ausschließlich andere Motive in diesem Kontext ansetzen, haben entweder genug Geld, eine sehr innovative und altruistische Weltanschauung oder erzählen möglicherweise nicht ganz die Wahrheit.

Das Fragenpaar „Was kostet es? Und wie viel Geld bringt es zukünftig ein?“ haben somit alle Menschen  schon einmal gehört.

Insbesondere in sehr kompetitiven Märkten, wie der produzierenden Industrie, gelten diese Fragen ganz besonders. Durch die Automatisierung, sinkende Produktionskosten aufgrund des globalen Wettbewerbs und steigende Rohstoffpreise ist der finanzielle Erfolgsdruck der Digitalisierung oft umso größer. Das gilt vom globalen Konzern bis zum Hidden Champion!

Innovation, Automation, Digitalisierung – Aber wie?

Folgerichtig steckt eine ganze Branche noch immer im anhaltenden Digitalisierungsfieber. Viele haben bereits erste Projekte in die Praxis umgesetzt, sehen sich aber dennoch einer immer weiter steigenden Intensität und neuen Möglichkeiten der Digitalisierung gegenüber. Die Kontrolle zurückerlangen, selbst Erfolge feiern und möglicherweise sogar das erste seiner  Peer Group zu sein, das mit Digitalisierung ein Differenzierungsmerkmal schafft, ist für viele Unternehmen aktuell die Hauptaufgabe.

Doch wie kommen die Unternehmen dorthin?

Die einen sagen, die richtige Strategie macht’s. Mit einem klaren Plan kann man aus der Erfahrung schöpfen, die richtigen Entscheidungen frühzeitig treffen und so langfristig profitieren. Aber ist in der Digitalisierung immer alles planbar?

Die nächsten sagen, es seien die Technologien, die eine entscheidende Rolle spielen. Cloud-Services, neue Software, Machine Learning, IoT-Devices und vieles mehr sind zweifelsfrei vielversprechend, aber auch nur dann erfolgreich, wenn sie richtig eingesetzt werden und einen Differenziator bilden können.

Andere setzen hingegen auf die richtigen Use Cases. Dort wo die Kundinnen, Partner oder eigenen Mitarbeiter den größten Schmerz verspüren und eine Verbesserung notwendig ist, stellt sich der Erfolg am ehesten ein.

Und alle Bereiche haben mit großer Sicherheit einen exorbitanten Beitrag für den Erfolg, werden jedoch von der richtigen Organisation und Umsetzungskultur oft geschlagen. Hier kommt das Agile-Paradigma ins Spiel.

Folgen die Unternehmen einem agilen Ansatz, werden sie deutlich besser auf Veränderungen reagieren können, entwickeln ihre Ideen und Projekte konsequent weiter und stellen den Nutzer oder die Anwenderin in den Vordergrund der Entwicklung.

Traditioneller Ansatz in der Software-Entwicklung
Traditioneller Ansatz in der Software-Entwicklung
Traditionell (Pfadabhängigkeit, später Launch, monolithische Applikation, kein ROI in der Zwischenzeit, versetzter Markterfolg, Erfolgschancen sinken mit der Zeit) 
Agiler Ansatz in der Software-Entwicklung
Agiler Ansatz in der Software-Entwicklung
Agil (Kurze Sprints & Iterationen, 1. Launch nach wenigen Monaten, Microservices / Modulare Applikation, schneller ROI, Projekt finanziert sich selbst, direkter Markterfolg / User Feedback, hohe Erfolgschancen) 

Doch vor allem können sie durch einen iterativen Ansatz schneller einen Return on Investment erzeugen. Während der traditionelle Ansatz mit langen Planungszyklen und einer noch längeren Umsetzung den Launch immer weiter hinauszögert und eine mächtige und komplexe Struktur aufbaut, sind agile Projekte schon frühzeitig finanziell am „Break Even Point“ und haben auch langfristig das leichtgewichtigere Format.

Vorteile agiler Projekte bei der Softwareentwicklung

Wollen die Unternehmen einzig und allein Geschwindigkeit in der Digitalisierung, ohne sich dabei selbst vom Markt zu differenzieren, ist die Wahl von Standardsoftware meistens noch die beste und günstigste Wahl.

Geht es aber darum, Differenzierungsmerkmale durch Digitalisierungsprojekte hervorzubringen, sind agile Ansätze in nahezu allem über.

  • Budget-Entscheidungen durchbringen: Ein Multi-Millionen-Projekt mit hoher Unsicherheit und einer späten Monetarisierung durch die Entscheidungsgremien zu bringen, benötigt großes Vertrauen und eine starke Überzeugungskraft. Gerade in eher risikoaversen Zeiten wird dies nahezu unmöglich sein. Das Budget für ein kleineres Projekt zu bekommen, das mit den Kosten im 5-stelligen oder unteren 6-stelligen Bereich liegt und zeitlich überschaubar ist, könnte dagegen viel eher durchgebracht werden.
  • Erfahrungen einbringen & reagieren können: Im Laufe des Projektes werden sich einige neue Erkenntnisse ergeben. Neue Technologien, mögliche Integrationen in Umsysteme oder ein neuer Wettbewerber am Markt können jederzeit auftauchen. Je statischer das Projekt geplant ist, desto schwieriger ist eine spätere Reaktion darauf. Bevor hier eine Diskussion um die sogenannten Sunk Costs ausbricht, sollten Unternehmen Fehlinvestitionen besser vermeiden und sich die Reaktionsfähigkeit dauerhaft erhalten.
  • Kreativität & Reflexion: Durch die regelmäßigen Review- & Refinement-Möglichkeiten in agilen Projekten können die Unternehmen, Nutzerinnen oder Anwender die umgesetzten Funktionen schnell bewerten und selbst ihren Kreativitätsprozess anregen, indem sie evaluieren, welche Prozesse möglicherweise zusätzlich durch digitale Lösungen unterstützt werden können, wie die Software zur tatsächlichen Praxis passt oder ob die aktuelle Richtung noch die passende ist.
  • Microservices-Architektur: Die neuen, digitalen und dynamischen Anwendungen sind in den meisten Fällen als Microservices-Architektur aufgebaut. Auch wenn es vereinzelt gute Gründe für monolithische Architekturen gibt, die mitunter sogar leichter zu warten sind, hat sich die Theorie der lose gekoppelten Microservices stark durchgesetzt und gilt als Standard, um flexible und erfolgreiche Anwendungen auf den Markt zu bringen. Je kleinteiliger und agiler die Organisationsform ist, desto einfacher können Microservices durch verschiedene Teams orchestriert und miteinander verbunden werden.
  • Größeres Wachstum in der Zukunft: “Start small, win big!” Viele Anwendungen brauchen eine Zeit, bis sie endgültig von den Nutzern und Anwenderinnen akzeptiert werden. Legen Unternehmen ihnen die fertige Lösung vor, an der nur wenig zu verändern ist, müssen sie diese zwangsläufig lieben lernen. Agile und iterativ aufgebaute Lösungen hingegen können das User-Feedback besser berücksichtigen und so gemeinsam mit steigendem Wachstum auch die passenden Ergänzungen bieten.
  • Einfachere Dienstleistersteuerung: Häufig werden insbesondere größere, strategische Digitalisierungsprojekte mit externen Partnern umgesetzt. Ein oder mehrere Dienstleistende sind damit unmittelbar mitverantwortlich für den Erfolg. Ein Unternehmen, das bereits den Millionenauftrag gewonnen hat und sich fest in das Projekt verankern konnte, hat sicherlich seinen Ruf zu verlieren und die vertragliche Pflicht zu erfüllen. Dienstleistende, die sich dauerhaft mit hohen Ambitionen für eine Weiterbeschäftigung bewerben, haben dagegen ein vitales Interesse, immer etwas über die Anforderungen hinaus zu erfüllen. Im Zweifelsfall ist die Kontrolle, Steuerung und auch Trennung der Dienstleistenden im agilen Modus weitaus einfacher.
  • Re- & Eigenfinanzierung des Projekts – der frühe ROI macht das Rennen: Erfolgt ein erster Produktlaunch, der sogenannte MVP (Minimum Viable Product), erhalten die Nutzerinnen und Anwender erste Kernfunktionen der späteren, großen Anwendung. Unternehmen können ihre Vorteile durch Optimierungen der Geschäftsabläufe oder externe Umsätze direkt heben. Die positive Kostenbilanz sorgt dafür, dass die ersten Einnahmen die Weiterentwicklung des Projektes teilweise selbst finanzieren. So können die Unternehmen eher mit Gewinnen rechnen und erreichen daher schon früh das erste Ziel ihrer Digitalisierungsbemühungen.

Agile oder nicht – darauf kommt es am Ende an

Viele Unternehmen versuchen einen Mittelweg zwischen ihren traditionellen Werten und agilen Methoden zu schaffen. Agile Einfärbung ist aber meist ein tückischer Weg, der am Ende im Chaos endet. Sind die einzelnen Projektmitglieder nicht für agile Abläufe sensibilisiert, arbeiten sie nicht gut zusammen. Auch passen oft die Erwartungshaltungen an ein solches Projekt nicht zum iterativen Vorgehen und der Regel der kleinen Ergebnisse. So kann der Markterfolg der Anwendungen nur schwer erreicht werden, wenn eine MVP-Variante nicht erfolgreich definiert wird oder das Unternehmen mit ersten Teil-Ergebnissen nicht richtig umgehen kann.

Daher ist es in der Praxis wichtig, das eigene Projekt so vollständig wie möglich an die Werte agiler Methoden anzupassen. Es geht mitnichten darum, eine innovative und kooperative Arbeitsweise vorzugeben, um einem Trend zu entsprechen, sondern echte finanzielle Mehrwerte zu schaffen. Dies geht nur, wenn die Implikationen dieser Umsetzung ernst genommen werden und die Rückendeckung für das Vorgehen vorhanden ist.

Schlussendlich ist Agile jedoch auch nicht das Allheilmittel, das jede mittelmäßige Digitalisierungsinitiative zu Gold macht. Dennoch lohnt es sich gerade im digitalen Wettbewerb, aus klassischen Strukturen auszubrechen und mit den neuen Trends in Sachen Kultur und Organisation den finanziellen Erfolg der Projekte zu sichern!

#Cloudflight

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