Technologie Trends 2021 – Zeitsprung in 2030

Aus der zweiten Corona-Welle heraus fühlt sich der Blick aufs Jahr 2021 eher wie ein Sprung in 2030 an. So radikal hat und wird sich die Technologielandschaft – und wie wir Menschen damit umgehen – verändern. Wer hätte noch vor einem Jahr gedacht, dass selbst Finanzdienstleister von einem Tag auf den anderen Home-Office einführen. Und dabei geht es nicht darum, ein Incentive oder eine Bequemlichkeit für Mitarbeiter zu ermöglichen, sondern oft schlicht ums nackte Überleben des Unternehmens.

Mensch und Gesellschaft sowie Ökonomie und Umwelt sind auch deshalb mehr denn je Treiber der Technologietrends, sodass Cloudflight auch in diesem Jahr einen Bezug zwischen den Faktoren herstellt. In kaum einem Jahr haben sich die äußeren Umstände so radikal verändert wie im vergangenen Jahr der Pandemie 2020. Deshalb wird sich auch die Akzeptanz oder Ablehnung bestimmter Technologien so sprunghaft verändern wie wir es sonst über fünf bis zehn Jahre erleben. Also – Willkommen im Jahre 2030!

Mensch & Gesellschaft – 2021 ist das neue 2030

Ein emotionaler Zeitsprung in der Gesellschaft ist neu. Viele Menschen im Alter ab 60 Jahren fühlen und benehmen sich beispielsweise eher wie durchschnittliche 50er noch vor wenigen Jahren. Sichtbar werden diese Verhaltensänderungen oft durch die plötzliche Nutzung von neuen Technologien wie die explodierende Nutzung von e-Bikes oder Smartphones. Während diese Menschen gerne ihr “gefühltes” Alter zurückdrehen möchten ohne auf neue Technologien zu verzichten, ja diese sogar nutzen um entstandene Handicaps zu umgehen, sehen das jüngere Menschen anders. Für sie fühlt sich die plötzlich ansteigende Nutzung von Technologien an wie ein Sprung in die Zukunft, ohne dabei über das eigene Alter nachzudenken. Letztlich ist der Effekt der gleiche. Viele jüngere und ältere Menschen denken im Jahr 2021 plötzlich viel intensiver über die Technologie-Nutzung nach als in den Jahren zuvor. Die radikalen Veränderungen durch die Pandemie verstärken diesen Effekt, der sich dann für die meisten Technologie interessierten Menschen im Arbeitsleben wie ein Zeitsprung ins Jahr 2030 anfühlt. Entsprechend sehen wir die folgenden Trends für Mensch & Gesellschaft in den nächsten 12 Monaten:

  1. Technologie Akzeptanz polarisiert extrem
    Genauso wie politische Meinungen zunehmend polarisierend auseinandergehen, wird es sich mit der Akzeptanz von digitaler Innovation verhalten. Ein Teil der Gesellschaft wird den Einsatz von digitalen Diensten im Alltag erheblich intensivieren, während ein anderer Teil dies zunehmend ablehnt. Der Technologie affine Teil wird Risiken abwägen und eingehen, während der andere Teil viele dieser Technologien kategorisch und aggressiv verteufeln oder für die Allgemeinheit verhindern möchte. Hier entwickeln sich zunehmend extreme Weltanschauungen, die sich mit Verschwörungstheorien vermischen. So verliert Deutschland gegenüber Nachbarländern wie den Niederlanden kontinuierlich an Kaufkraft für Digital-Innovation aus dem eigenen Land. In der Vergangenheit hat man oft mit fertigen Pilot-Versionen einer Software (MVPs) für die Akzeptanz bei Nutzern geworben. Dies wird im anbrechenden Jahrzehnt schwieriger, wenn es viele mögliche Nutzer kategorisch ablehnen, diese Produkte überhaupt anzuschauen und auszuprobieren. Unternehmen müssen deshalb in ihrer Zielgruppe nicht nur Business-Cases und Requirements, sondern explizit gesellschaftliche Akzeptanzkriterien vor der Produktentwicklung erforschen. Daher wird es erstmals Zielgruppen geben, die bewusst keine Autos kaufen, die online Daten austauschen oder bewusst moderne Finanzdienstleister vermeiden, die das Finanzmanagement ihrer Kunden durch den Einsatz von KI optimieren.
  2. Datenschutzbedenken und Föderalismus blockieren Digitalisierung
    Auch wenn eine gesunde Skepsis gegenüber globalen Anbietern angebracht ist, ist nicht jeder Cloud-Dienst kriminell nur weil er aus USA oder China kommt. Hier muss man schon genau hinschauen, Verträge, Sicherheitsmaßnahmen und Zertifizierungen verstehen sowie die Geschäftsmodelle der Anbieter genau hinterfragen. Viele Datenschützer tun dies nicht und halten die Digitalisierung auf indem sie alle globalen Dienste verbieten. Im Umkehrschluss bedeutet es auch, dass Europa kaum noch Exportchancen für eigene Digital-Dienste hat, da in 2021 jeder Staat dann seinen eigenen Datenschutz als den Besten ansieht. Deshalb erreichen auch gute Ansätze wie Gaia-X nicht die nötigen Skaleneffekte um zu Made-In-Germany Exportschlagern zu werden.

Ökonomie und Umwelt – Verlierer reagieren, Gewinner treiben Innovation

Ohne Zweifel wird die wirtschaftliche Überwindung der Corona Krise das dominante Thema des nächsten Jahres, wenn nicht der ganzen 20-er Jahre. Sowohl Verlierer als auch Gewinner in der Situation beschleunigen die Technologie-Entwicklung:

  1. Corona Verlierer reagieren mit neuen Geschäftsmodellen
    Jedes Unternehmen, das von Corona existentiell getroffen wurde, muss sich neu erfinden, weil auch in 2021 die Pandemie noch allgegenwärtig sein wird. So werden aus Restaurants Lieferdienste mit Onlinebestellung oder aus Eventveranstaltern kommerzielle Streaming Plattformen. An die Stelle der vormaligen Investitionen tritt die As-a-Service Economy um das Risiko in der unsicheren Wirtschaftslage zu beherrschen. Dies berechnet nicht nur den Kunden Leistungen entsprechend ihres Verbrauchs, sondern erlaubt es auch den Unternehmen alle nötigen Ressourcen linear mit dem Bedarf zu skalieren. Der Lieferdienst würde also beispielsweise seine Lieferfahrzeuge nicht mehr kaufen oder leasen wie bisher, sondern pro Kilometer oder Lieferung an den Fahrzeughersteller zahlen, was man allgemein als Equipment-as-a-Service bezeichnet. Das gilt natürlich auch für die IT. Deshalb sieht Cloudflight ein weiteres Sterben von unternehmenseigenen oder regionalen Rechenzentren und ein überproportionales Wachstum bei globalen Public Cloud Infrastruktur Anbietern wie AWS, Azure, GCP, Alicloud und Tencent. Sie wachsen so schnell, dass ihre Preise fast mit Moore’s Law abnehmen bzw. die Leistung zunimmt und werden deshalb Hyperscaler genannt. Historisch kann man beobachten dass massiver Kostendruck in der US Wirtschaft stets ein Wachstumstreiber für Amazon Web Services war (siehe Bild).
AWS-Wachstum im Vergleich zu US-BIP-Wachstum
Hyperscaler-Wachstum verhält sich in USA stets 2-3 Quartale antizyklisch zur Wirtschaft. (Quelle: Cloudflight 2020, Die Q3-2020 US-GDP Veränderungen sind Pandemie bedingt verzerrt. Q3 erscheint nur nach dem Lockdown mit +33%).

Der europäischen Wirtschaft ging es in den vergangenen Krisen aber immer noch so gut, dass sie an ihrer IT keine radikalen Veränderungen gewagt hätte. Das wird jetzt anders! Ein Teil der europäischen Wirtschaft wird so hart von der Pandemie getroffen und die Hyperscaler haben inzwischen vollständig die EU Anforderungen an Privatsphäre implementiert, dass wir in Europa erstmals für 2021 den gleichen Effekt wie in USA 2013, 2015 und 2018 erwarten.

  1. Corona Gewinner investieren proaktiv in ihren Technologievorsprung
    Man darf in der Pandemie nicht vergessen, dass einige Branchen stark davon profitieren. Dazu gehören die Online Retailer, Logistiker, Lieferdienste und alle die etwas mit Schutzkleidung und Hygieneartikeln zu tun haben. Auch in der IT-Branche boomen die Videodienste, Netzwerk-Komponenten-Anbieter und Telekommunikations-Unternehmen. All diese Unternehmen investieren die Gewinne im Jahr 2021 massiv in Business Modell- und Technologieentwicklung um sich für die neue Wettbewerbslage nach Corona vorzubereiten. Die sogenannte Circular Economy wird bei den Business Modellen eine wichtige Rolle spielen und beispielsweise im B2B neue Pfand- und Verpackungslösungen hervorbringen die mit IoT-Tracing Mehrwerte erbringen. Insgesamt schaffen es die Corona Gewinner sowohl in nachhaltige sowie in disruptive Technologie zu investieren. Beispielsweise werden noch intelligentere Müllsortieranlagen mehr Upcycling von Rohstoffen ermöglichen. In weniger dicht besiedelten Gebieten kommen die ersten Lieferdrohnen zum Prototyp-Einsatz, die sich im Folgejahr 2022 produktiv verbreiten werden.

Software Landschaft insgesamt – Schwere Zeiten für ERP-Systeme

Getrieben durch die Corona Gewinner wird sich die Softwarelandschaft in Unternehmen weiter verändern:

  1. Konsolidierte Marktführer schreiben ihre Business-Software selbst
    Durch Branchenführer wie Otto oder Lidl wurde der Trend in den letzten Jahren bereits begonnen, den man traditionell aus der Finanzbranche kennt. Nächstes Jahr hinterfragen immer mehr Unternehmen die Kosten der Einführung und Wartung von ERP-Softwarepaketen und entwerfen alternative Business-Software auf Basis von Open Source Plattformen oder Plattform-as-a-Service Diensten der Hyperscaler.
  2. Hard-/ Software – Appliances zerbrechen
    In vielen Bereichen wie der Automotive Welt, aber auch in Consumer Produkte kam traditionell die Software mit der Hardware “embedded” von einem Hersteller. Während sich Hardware kontinuierlich und langsamer entwickelt, macht die Software im nächsten Jahr die größeren Sprünge. Viele OEMs versuchen deshalb die Software selbst zu entwickeln, wie Volkswagen mit seinem CarOS oder von reinen Software Partnern zu beziehen wie Daimler in seiner Partnerschaft mit Google/Waymo. Trotzdem braucht man weiterhin viel Erfahrung Rechenleistung und Steuergeräte für die harten Bedingungen in Fahrzeugen oder Industrieanlagen zu bauen. Zulieferer wie Bosch oder Continental haben eine schwierige Dekade vor sich, in der sie sich durch eigene Softwareinnovation in einem neuen Ökosystem behaupten müssen.

Cloud Computing Adoption – Die Krise beschleunigt die Konsolidierung

Cloud Computing ist in 2021 wieder der Treiber der nächsten Software Stack Innovation.

  1. Software Stack Eruption – Daten sind die neue Software
    Man kennt die schlagartige Verschiebung von Technologien aus der Hardware die sich nach Moore’s Law permanent weiterentwickelt. Trotzdem kommt es aber zur raschen Ablösung von Technologie in bestimmten Anwendungen. So wurde in den vergangenen Jahren für viele Archiv-Aufgaben in Rechenzentren das Tape durch großvolumige Spinning-Disks verdrängt, gleichzeitig hat die SSD diese Festplatten aus Servern und Laptops verdrängt. Letztlich nutzen Hochleistungsserver, welche zunächst die ersten teuren SSDs zur Datenspeicherung verwendeten, heute direkt große Memory Volumen zur Speicherung moderner In-Memory Datenbanken. Cloudflight sieht für das nächste Jahr den Beginn einer ähnlichen aber viel bedeutenderen Eruption. Die Rolle von Software mit seiner Qualität und Funktionalität wird von Daten abgelöst. Hier entwickelt sich eine ganze Klasse von Datenprodukten, Datenmanagement-Plattformen, Datenentwicklungs-Plattformen, Datenvirtualisierungs-Plattformen oder bereits fertigen Trainingsdaten für die gängigen Machine Learning Algorithmen. Die OpenAI Initiative zeigt uns, dass sich Algorithmen durch entsprechende Datenmengen weiterentwickeln müssen. Nur das Daten sammeln bringt keinen Durchbruch, aber die Programmierung nur mit Simulationen ohne reale Daten kommt in der neuen Dekade klar an ihre Grenzen. Entscheidend ist deshalb das schnelle Sammeln von ausreichend Lerndaten in guter Qualität oder ein entsprechendes Business Modell im neuen Ökosystem der Daten auf einem modernen Software Stack. Die bisherige traditionelle Software außerhalb von Machine Learning und künstlicher Intelligenz wird immer stärker kommoditisiert und durch die Orchestrierung von PaaS-Services abgelöst. Weiterhin nehmen Software-Services den Platz von Infrastruktur ein. Die klassische Infrastruktur vor allem mit Compute-Diensten wird weiter abstrahiert und nimmt eher den Platz des bisherigen Netzwerkes ein. Netze wiederum konsolidieren weiter mit Location-Services wie Stromversorgung oder Kühlung:
Software Stack Eruption: Daten sind die neue Software
Software Stack Eruption (Quelle Cloudflight 2020)

Diese Software Stack Eruption wird weiter stimuliert von den stärker werdenden “Infrastructure-as-Code” Trends und vom Machine Learning basierten Infrastruktur-Management. Hierbei beschreibt ein Code (beispielsweise ein Terraform-Script) oder eine künstliche Intelligenz anstelle eines Menschen dynamisch die notwendige Infrastruktur für bestimmte Anwendungen.

  1. Hybrid- und Multi-Cloud – Fast Forward to PaaS
    Private und Public Clouds oder mehrere Public Clouds gleichzeitig für eine Applications-Landschaft zu nutzen war bisher viel diskutiert aber operativ eher die Ausnahme – in 2021 wird es zur Norm. Dabei hilft die Abstraktion der verschiedenen Cloud-Infrastrukturen mit dem Container Management auf Basis von Kubernetes genauso, wie spezielle Software Frameworks wie Googles Anthos oder Microsofts Azure Arc, die hinsichtlich der Einsatzszenarien und ihrer Reifegrade jedoch noch Ausbaubedarf haben. In 2021 werden Anwender zudem Hybride PaaS-Dienste nutzen. Dies sind Softwaredienste, die transparent über mehrere Hyperscaler eine integrierte Management Umgebung anbieten wie die gerade angekündigte Version von MongoDBs Datenbank-Dienst Atlas. In 2021 werden sich die Private Clouds nahtlos wie ein weiterer Public-Cloud-Provider in die PaaS-Management-Tools einfügen.

IoT integriert sich vollständig ins “Anywhere Computing” Kontinuum

IoT ist in 2021 nicht nur eine Mainstream-Technologie, es etabliert sich auch als äußerer Rand des Edge-Computings. Auch wenn es noch lange dauert bis alle bestehenden Industrieanlagen online sind, wird ab 2021 praktisch keine neue Maschine und kein Auto mehr gebaut, das nicht eine Online-Option bei der Bestellung besitzt. Dabei löst sich der Sonderstatus von IoT Devices auf.

  1. IoT wird zur physischen Oberfläche von “Anywhere Computing”
    Alle Public Cloud Hyperscaler (AWS, Azure, GCP) bieten in 2021 das gesamte Kontinuum von Public Clouds bis Edge-Computing über Cloud Regionen, kleinere lokale Instanzen, Mini-Instanzen in den Telco-Netzen,verschiedene Formen von Edge-Computing in Unternehmen sowie Betriebssysteme auf sehr kleinen IoT-Devices. Edge-Computing ist aber keine Insel mehr sondern integrierter Bestandteil einer größeren Topologie. Dieses Kontinuum machte es letztlich erheblich einfacher autonome Fähigkeiten auf der Edge mit großen Datenmengen und KI-Prozessen in der Public Cloud zu verbinden. Damit ist der Weg für autonome Robotik und autonome Fahrzeuge im großen Stil geebnet.
  2. Der 5G-Mobilfunk floppt weiter in Deutschland
    Obwohl die Telekommunikations-Unternehmen extrem profitabel sind, wird keine flächendeckende 5G-Versorgung erreicht, die mit unseren Nachbarländern vergleichbar ist. Grund dafür ist weiterhin die falsche Regulierung und politischer Lobbyismus. Größere Unternehmen investieren deshalb teilweise in 5G-Campusnetze als Alternative oder Ergänzung zu Wifi-Infrastrukturen mit multiplen Privacy-Perimetern. Genauso wie bereits im vergangenen Jahr in den USA wird auch in Europa Edge-Computing in den 5G Vermittlungsstellen selbst zum Teil des Anywhere Computing Trends.

Artificial Intelligence und Machine Learning werden zum Wachstumsmotor

Der oben beschrieben Mega-Trend der Software Stack Eruption beschreibt bereits das Momentum um künstliche Intelligenz und Machine Learning. Die Unternehmen, die frühzeitig Strategien zum kundenübergreifenden Sammeln von Lerndaten entwickelt hatten, sind jetzt auf der Zielgeraden:

  1. In 2021 werden 30% der AI/ML Projekte in DACH produktiv eingesetzt
    Damit ist die Zeit der erfolglosen Piloten und MVPs Vergangenheit. Diese Adoption erstreckt sich über alle Bereiche, B2B und B2C. Im Consumer-Markt erreichen Real-Time Translations-Apps den Durchbruch, sobald man wieder mehr reisen kann. Autonomes Fahren schafft es in Europa auch in 2021 immer noch nicht auf das Niveau wie in den USA und China bei dem man längere Zeit keine Hand am Lenkrad haben muss. Hierzulande sind die rechtlichen Bedenken noch lange nicht ausgeräumt und blockieren Innovation auf öffentlichen Straßen. Klar definierte Zulassungsbestimmungen der EU und auditierbare Tests für autonome Fahrzeuge sind überfällig.
  2. Voice ist das neue Mobile
    Es hat fast 10 Jahre gedauert bis sich der Formfaktor und die Interaktion auf Smartphones und Tablets langsam von Content-Webseiten über E-Commerce bis hin zu ERP-Systemen durchfressen konnte. Ähnlich disruptiv, aber viel schneller kommt nun “Voice-as-UI” in der User-Experience an. Dabei ist Amazons Alexa das klassische Beispiel des Innovators Dilemma. Zunächst beschränkt und aus dem Consumer-Bereich kommend, entwickeln sich Voice-Interfaces so schnell, dass sie bestimmte Nutzerinteraktionen im professionellen Bereich schlagartig überholen werden. Auch wenn es für eine künstliche Intelligenz inzwischen egal ist, ob sie mittels natürlicher Sprache oder über Text mit Menschen kommuniziert, findet die natürliche Sprache eine schnellere Nutzerakzeptanz. Dies wird durch den Corona-bedingten Bedarf and Touchless-UIs weiter verstärken. Textbasierte Chatbots bleiben weiter hinter den Erwartungen zurück.

Das zu Ende gehende Jahr 2020 war fest im Griff der Pandemie und deshalb ein denkbar schlechter Auftakt für die neuen 20er Jahre. In 2021 ist die Pandemie zwar nicht vorüber, aber wir haben gelernt damit zu leben und unser Leben teilweise radikal zu verändern. Deshalb werden wir imJahr 2021 einen großen Sprung nach vorne machen und mit alten Gewohnheiten brechen. Für viele CIOs und Softwarearchitekten scheint es als würde sich die Welt, in der sie zuhause sind, sehr schnell auflösen. Dahinter fügt sich aber schon wieder eine neue Technologiewelt mit neuen Regeln zusammen. Das Daten-Ökosystem wird wichtiger als die Innovation im Software Engineering alleine. Skaleneffekte auf Daten über einzelne Kunden hinweg werden nochmal wichtiger als die bekannten Skaleneffekte auf Software Operations, die den Hyperscalern in der letzten Dekade zum Durchbruch verholfen haben. Letztlich stehen viele Unternehmen unerwartet am Scheidepunkt ihrer Existenz. Während man ein Restaurant vielleicht ein Jahr schließen und danach genauso gutes Essen wie vor der Schließung anbieten kann, ist es mit Technologie Unternehmen grundlegend anders. Weder in USA noch in China verlangsamt sich die Innovationsgeschwindigkeit. Würde die Pandemie also zu einer weiteren Verzögerung der Digitalwirtschaft führen, entwickelt sich unsere Nachzügler-Position zu einem chronischen Strukturproblem Europas. Hier braucht die deutsche und österreichische Industrie mehr disruptiven Innovationsgeist nach dem Motto “Uber yourself before you get Kodaked”.

Cloudflight wünscht im zweiten Anlauf – mit einem Jahr Pandemie-Verspätung – einen innovativen Start ins neue Jahrzehnt.

Principal Analyst & Consultant
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