Wie wird ein schlummerndes Interesse an IT geweckt?

People Success Story: Verena Lanzinger

Verena Lanzinger arbeitet seit fast drei Jahren bei Cloudflight: Sie begann als Teilzeitbeschäftige und ist nun eine Vollzeit-Softwareentwicklerin. Ihr Schwerpunkt liegt auf Luft- und Weltraumthemen. Neben ihrer Rolle als Standortleiterin an unserem Innsbrucker Standort übernahm sie in letzter Zeit auch mehrere führende Rollen in einigen Projekten. Lesen Sie ihre Erfolgsgeschichte, um zu erfahren, was die größten Meilensteine auf ihrem Weg von der Astro- und Teilchenphysik in eine Führungsrolle waren.

#Cloudflight

Von Astroteilchenphysik zu VR und 3D-Druck 

Bevor Verena hier zu arbeiten begann, besuchte sie eine technische Schule, wo sie sich die Grundlagen der Programmierung aneignete, und belegte das Studienfach Astroteilchenphysik, das sie mit einem Master-Abschluss beendete. Sie schreibt überwiegend bedienerfreundliche Funktionen für komplexe wissenschaftliche Anwendungsfälle und verarbeitet Daten für Kunden in unserer Infrastruktur.   

Ihr Lieblingshobby sind Videospiele. Sie liebt die fantastischen Geschichten, die diese erzählen, und die Welten, die darin gebaut werden können. Verena spielt auch selbst gerne VR-Spiele mit ihren Freunden, die nun weit von ihr entfernt leben. Und als wäre dies nicht schon genug, hat sie auch große Freude an Handarbeit und beschäftigt sich seit kurzem mit 3D-Druck. 

Wie begann die  MINT-Reise?  

„Ich begann in jungen Jahren mit dem Spielen von Videospielen und war davon fasziniert, wie mechanische Designs funktionierten“, verrät sie. „Ich habe es genossen, eine technische Schule zu besuchen und Maschinenbau zu erlernen. Als ich über mein Fortbildungsstudium nachdachte, merkte ich, dass das, was mich am meisten an der Mechanik faszinierte, die Physik dahinter war. Plötzlich wollte ich verstehen, wie und durch welche physikalischen Eigenschaften alles auf der Welt gesteuert wird. Schließlich legte ich den Schwerpunkt auf die Erforschung der Entstehung und des Zerfalls des fernen Universums.“  

Interesse hängt nicht vom Geschlecht ab  

Wenn es um das Thema Frauen in der IT geht, wollen wir oft mehr über die inspirierenden Menschen hinter weiblichen Kollegen in der Welt der Technik erfahren: Wer sind sie und wer hat sie unterstützt bzw. geprägt? Haben diese Frauen eine Karriere in der IT gewählt, weil sie Vorbilder hatten?  

„Ich hatte niemanden, bei dem ich dachte, ich will wie er/sie sein‘“, gibt Verena zu, „aber ich habe einen älteren Bruder, der auch in sehr frühem Alter Interesse an Technologie und Elektronik hatte. Er hatte Bücher und Spielsachen, die auf all diesen Dingen basierten, denn diese waren auf ‚größere Kinder‘ und eher auf Buben ausgerichtet. Vielleicht hat das auch mein Interesse an diesem Thema geweckt.“ 

Vielfalt erweitert den Horizont  

„Im Physikstudium gab es wenige Frauen – etwa 10 % in unserem Jahrgang“, erzählt Verena, „also etwa 20 von 200. Ich glaube, meinen Studienkollegen war das Geschlecht der Studierenden egal. Ich glaube auch, dass es den meisten Professoren egal war (obwohl ich sicher bin, dass das nicht auf alle zutraf). Und ich glaube auch nicht, dass die Herkunft eine Rolle spielte. Denn die Universität Innsbruck ist es gewohnt, dass die Studierenden aus verschiedenen Ländern stammen“, erklärt sie.  

„Innsbruck hat viele Studierende aus den angrenzenden Regionen. Daher ist dort im Vergleich zu außerhalb der Stadt eine ziemliche Mischung verschiedenster Menschen vorhanden. Zumindest in der Hochschulbildung und bei den Jüngeren. Wir haben auch Menschen aus aller Welt, die hierhergezogen sind, um den Bergen näher zu sein. Ich denke, das ist sehr von Vorteil, um den eigenen Horizont zu erweitern und verschiedene Lebensgeschichten zu hören! Es macht Innsbruck außerdem zu einem interessanten Arbeitsplatz.“   

Die multitaskingfähige Anführerin  

Verena übt bei Cloudflight derzeit vier Rollen aus: Sie ist Softwareentwicklerin und Teamleiterin, die auch für Büroverwaltungs- und Standortleiteraufgaben in der Innsbrucker Niederlassung verantwortlich ist.   

„Ich möchte, dass jeder und jede den eigenen Arbeitsplatz mag und sich dort wohl fühlt“, sagt sie.   

Verena erzählte uns, dass sich dieses Gefühl zu einer starken Motivation entwickelt hat, den Standort Innsbruck bestmöglich zu gestalten. Wir wollten wissen, über welche Fähigkeiten sie ihrer Meinung nach verfügen und auch welche Verantwortung und Initiativen sie haben müsse. Verena hob die wichtigsten Faktoren hervor:  

„Ich glaube, es ist sehr wichtig, eine gute Zuhörerin zu sein und sich stets damit zu befassen, was um einen passiert. Wenn du nicht auf dein Umfeld achtgibst und die Dinge nur so an dir vorbeigehen, wie kannst du dann entsprechend handeln und reagieren?  

Du brauchst auch ein hohes Maß an Selbstvertrauen, ohne dabei übermäßig eingebildet zu werden. Du musst offen sein gegenüber Kritik und entweder zuversichtlich bleiben, dass du einen guten Plan hast, oder erkennen, wenn du deine Vorgehensweise ändern oder einen Kompromiss eingehen musst.  

Und natürlich solltest du den Rat von Menschen, die mehr Erfahrung als du oder verschiedene Einblicke haben, schätzen: Mehrere Sichtweisen sind wichtig. Ansonsten verlierst du vielleicht relevante Themen aus den Augen. 

Die Zukunft des Innsbrucker Standorts 

„Wir sind ein kleiner Standort innerhalb des Unternehmens: Deshalb ist es ein großes Ziel von uns, bekannter zu werden. Wir haben bereits an einer Online-Karrieremesse teilgenommen und hatten dort die Gelegenheit, mit vielen interessanten Menschen zu sprechen.   

Sobald wieder mehr Veranstaltungen mit persönlicher Anwesenheit stattfinden, möchte ich bei so vielen wie möglich präsent sein, um unsere Sichtbarkeit noch weiter zu erhöhen. Wir erhalten bereits Bewerbungen von jungen Menschen, die uns kennen, weil wir an einem Karriereinformationstag an ihrer Schule waren. Das ist also etwas, das ich weiterhin tun möchte. Wenn die Schulen wieder ihr reguläres Programm aufnehmen, möchte ich mit den Schülern Workshops durchführen. Und natürlich möchte ich unseren nächsten Programmierwettbewerb größer als die vorherigen gestalten. Zu diesem Zweck stand ich mit Universitätspersonal in Kontakt, und sie schienen bereit zu sein, uns zu unterstützen.  

Jetzt, wo mehr Menschen im Raum Innsbruck unseren Namen kennen, würde ich mich auch freuen, wenn sich mehr Frauen bei uns bewerben würden. Denn bisher bin ich noch immer die einzige Frau in unserem Büro! Ich hoffe, dass ich für junge Mädchen ein Vorbild sein und möglicherweise ihr schlummerndes Interesse an einer Karriere in der IT wecken kann.“ 

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