Die Zukunft des Fliegens: Verbesserung des Reiseerlebnisses in einer Welt nach der Pandemie

Die COVID-19-Pandemie hat der Luftfahrtindustrie einen beispiellosen Schlag versetzt. Was als Ausbruch begann, den die internationale Gemeinschaft mit nur wenigen Wochen lang andauernden Lockdowns kontrollieren wollte, entpuppte sich schließlich als globale Krise. Am Ende zwang ein Virus, von dem wir zu Beginn wenig wussten, die Welt für über ein Jahr fast zum Stillstand.

Heute jedoch erwacht der schlafende Riese der Luftfahrtindustrie dank weit verbreiteter Impfkampagnen und unter dem Druck von Millionen Menschen, die einen starken Drang nach Normalität verspüren, aus ihrem erzwungenen Winterschlaf.

Aber ist die Branche bereit, sich der bevorstehenden Welle zu stellen?

Wie können Flughäfen und Fluggesellschaften das Blatt zu ihren Gunsten wenden und das Reiseerlebnis an diesem kritischen Punkt verbessern?

Bestehende Angst, trotz weniger Beschränkungen

Vor der Pandemie gab es nur ein Ereignis, das die Luftfahrtindustrie ähnlich stark traf: der 11. September 2001 – mit einem Rückgang des Luftverkehrs von unglaublichen 30%.

Während der COVID-19-Ausbrüche haben viele Fluglinien ihre Kapazität auf unter 10 % reduziert – dies mag wie eine alte Nachricht klingen, da die Länder Beschränkungen und Reiseverbote Schritt für Schritt aufheben, aber die Situation ist komplexer als das. Die Lockerung der COVID-bedingten Beschränkungen ist eher regional als international.

Inlandsflüge werden also wieder möglich sein, aber diese machen nur ein Drittel des Umsatzes aus, der durch einen wesentlichen Faktor für die Fluggesellschaften generiert wird: die geflogenen Passagierkilometer. Mit anderen Worten sind Fernreisen etwas, das derzeit weit hergeholt erscheint. Eine weitere zu berücksichtigende Dynamik sind die psychologischen und finanziellen Auswirkungen, die die Pandemie in den letzten zwölf Monaten hatte: Wenn wir das Gesamtbild auf diese Weise betrachten, ist es leicht zu verstehen, warum sich die großen Akteure der Branche Sorgen machen.

Ein wichtiger Prädiktor für die Zukunft: die Vergangenheit

Ob politisch oder finanziell, an disruptiven Ereignissen hat es in der Luftfahrtbranche nicht gemangelt. Der Golfkrieg, der 11. September und die SARS-Ausbrüche. Die Vogelgrippe H5N1 und die globale Krise im Jahr 2008. Schwankungen sind für die Branche nichts Neues.
Wie Abbildung 1 zeigt, sind jedoch auch dem Luftfahrtsektor Wachstumssteigerungen nach unvorhersehbaren Ereignissen nicht fremd.

Abbildung 1: Der nahezu stetige Anstieg der Fluggäste von 1998 bis 2018.

Die Zahl der Fluggäste betrug 1980 etwas mehr als 650 Millionen[2]. Sie erreichte 1990 die 1-Milliarde-Marke[3] und kletterte 2018 weit über die 4 Milliarden Passagiere: Basierend auf diesen Zahlen lag die IATA-Prognose vor der Pandemie für das Wachstum der Branche bei etwa 3,5% pro Jahr[4].

Es dauerte fast sechs Jahre, bis sich die Branche vollständig von den Anschlägen am 11. September 2001 erholte[5]. Dass in der Folge die Auswirkungen derart gravierend waren, war zu einem großen Teil der nun akut aufgetretenen Flugangst geschuldet, aber auch den unkoordinierten Vorschriften und Abläufen, die das Reiseerlebnis streng regulieren und der Branche bis heute Probleme bereiten. Trotzdem konnten die Big Player im Luftfahrtmarkt eine wichtige Lektion daraus lernen, welche sie mittlerweile gelernt haben als Schlüssel zum neuerlichen Aufschwung anzuwenden: Wahrnehmung ist wichtig. Sobald die Passagiere das Reisen als sicher empfinden, sobald sie darauf vertrauen, dass ihr Leben während des gesamten Ablaufs rund um den Flugverkehr nicht in Gefahr ist, normalisieren sich die Zahlen wieder.

Ist es nicht das, was die Luftfahrtbranche nach einer Krise am besten kann?

„Rachereisen“ und ihre Gefahren

Es versteht sich von selbst, dass der Aufbau dieses Vertrauens Zeit braucht. Es wird Jahre dauern, bis die Branche das gleiche Niveau wie vor der Pandemie erreicht.

Was wir jedoch vorhersehen können, ist ein bevorstehender, plötzlicher Anstieg des Reiseaufkommens. Dieses Phänomen hat sogar einen Namen: Das indische Bundesgesundheitsministerium taufte es „Rachereisen“[6]. Damit beschreibt es den Wunsch der Bevölkerung, wieder Freiheit außerhalb der „neuen Normalität“ zu erleben und somit die mit strengen COVID-Vorschriften erzielten Ergebnisse zu gefährden.

Auch wenn Test- und Impfvorschriften bei diesem bevorstehenden Anstieg eine wesentliche Rolle spielen werden, bedarf es an neuen Wegen, um die weitere Ausbreitung des Virus so gut wie möglich zu verhindern. Es gibt einen Grund, warum wir Masken tragen und Social Distancing betreiben: COVID-19 ist eine durch die Luft übertragene Krankheit[7]. Aktuelle Studien, wie die von Daniela Chirizzi[8], durchgeführt in Italien, bestärken die Annahme, dass sich das Virus wahrscheinlich nicht im Freien ausbreitet. Flughäfen sind jedoch geschlossene Räume.

Angesichts der zunehmenden Beweise dafür, dass das Risiko einer Ansteckung mit dem Virus direkt proportional zu der Zeit ist, die eine Person dem Virus ausgesetzt ist [9], besteht der Hauptansatz zur Bekämpfung darin, entweder den Abstand zwischen den Passagieren zu erhöhen oder die Expositionszeit sowie die Vermischung von Passagieren zu verringern.

Wie würde man so etwas bewerkstelligen?

Lösungsbewertung

Für Fluggesellschaften und Flughäfen besteht die Herausforderung darin, herauszufinden, was sie umsetzen können, um die Reise sicherer und reibungsloser zu gestalten.

Während einige Anbieter Temperatur-Screenings als mögliche Lösung testen, fand eine 2005 von Ronald K. St. John geleitete Studie[10] keine Beweise für die Wirksamkeit dieser Maßnahmen. Die Inkubationszeit der Krankheit und der hohe Anteil asymptomatischer Patienten machen diese Lösung bei der Erkennung von Fällen und der Verhinderung einer Übertragung unwirksam. Im Jahr 2020 kam die Studie von Billy J. Quilty[11] zu COVID-19 und infizierten Reisenden zu einem ähnlichen Ergebnis. Diese Screenings sind daher eher eine psychologische Beruhigung für die Passagiere als eine tatsächliche präventive Intervention.

Abbildung 2: Snapshot aus der Shiny-App, der die Ergebnisse des Temperatur-Screenings an Flughäfen veranschaulicht, wie es in der Quilty-Studie 2019 verwendet wurde. Vollständiges Bild an der Quelle verfügbar.

Es wurden viele Ideen entwickelt, wie moderne Technologien die Überwachung des Verhaltens von Fahrgästen, z. B. von Abstandsregeln und deren Einhaltung oder das Tragen von Masken, unterstützen können. Das mag zwar effektiv sein, bringt aber auch die schwere Last ethischer Fragen zur Überwachung mit sich.

Wir glauben, dass Software die Menschen unterstützen und ihr Leben verbessern sollte. Das Stichwort lautet unserer Meinung nach Optimierung. Die Vermischung von Dutzenden von Personen so weit wie möglich zu reduzieren und die Reiseströme zu optimieren – diese beiden Dinge werden nicht nur die Exposition verringern, sondern auch die Reisequalität verbessern und die finanziellen Folgen von Flugverspätungen vermeiden.

Effizienz, Sicherheit und Optimierung: Die Zukunft der Luftfahrt

Was wäre also, wenn die Branche, anstatt Lösungen mit Orwellschen Omen zu implementieren, einen Weg fände, die Onboarding-Prozesse zu beschleunigen, um den bevorstehenden Anstieg des Passagieraufkommens abzufedern?  Unserer Meinung nach besteht die Lösung darin, Computer Vision zu nutzen, um den Passagierfluss zu beschleunigen und Überfüllung zu vermeiden.
Konkret wollen wir ein Problem lösen, mit dem die Branche schon seit einiger Zeit konfrontiert ist: übergroße oder zu schwere Handgepäckstücke, die das Boarding verlangsamen und Fluggesellschaften und Flughäfen jedes Jahr Millionen kosten.

Cloudflight hat eBagCheck entwickelt, ein System zur automatischen Erkennung und Vermessung von Handgepäck, das wir derzeit an drei großen Flughäfen in Europa testen. Diese nachrüstbare Lösung verwendet eine Echtzeit-Objekterkennung, um einen reibungslosen Passagierfluss zu gewährleisten, die Überfüllung zu reduzieren und die Onboarding-Geschwindigkeit auf das Dreifache zu erhöhen. Potenziell verringert es die Anzahl der verspäteten Flüge und ermöglicht es, höhere Erträge zu erzielen.

Dies sind jedoch nur einige der Vorteile: Durch das effizientere Einsteigen müssen die Passagiere nicht im Flugzeug herumlaufen, um einen Platz für ihr Gepäck zu finden. Dieses scheinbar triviale Detail führt zu einer geringeren Vermischung von Luftpartikeln, wodurch eine größere Virusausbreitung insbesondere bei anstrengungsbedingter schwerer Atmung durch das Heben und Tragen von Gepäck im Flugzeug vermieden wird.
Das Ergebnis ist ein deutlich verbessertes Reiseerlebnis mit schnelleren Abläufen, die finanzielle Verluste verhindern und die Gesundheit der Passagiere schützen.

Sie können hier mehr über den eBagCheck lesen, oder mehr erfahren indem Sie uns über das Formular am Ende dieser Seite kontaktieren.
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